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Heimatkalender für die Region Herzberg 2018

sicherlich warten Sie schon sehnsüchtig auf den neuen Heimatkalender für die Region Herzberg. Umso schwerer fällt es mir, Ihnen mitzuteilen, dass für das Jahr 2018 keine Ausgabe erscheinen wird.

 

 

Wieso gibt es keinen neuen Heimatkalender?

 

Das Jahr 2017 wartete mit zahlreichen Projekten auf. 

Neben verschiedenen Buchveröffentlichungen („Numismatische Neuigkeiten rund um Herzberg/Elster“, „Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Jessen, Schweinitz und Seyda“, „Jahrbuch des Sängerstadt-Gymnasiums Finsterwalde“, „Als die Schliebener noch viel von Hopfen & Malz hielten“), der Ausrichtung bzw. Begleitung diverser Kulturveranstaltungen durch die BücherKammer (Theater „25 Millionen für Herzberg“, Vorträge rund um das Reformationsjahr, Lesungen, Puppentheaterfestival Elbe-Elster u.a.) und nicht zu vergessen dem „Alltagsgeschäft“ Buchhandel erschloss sich die BücherKammer neue Aufgabenfelder im Bereich Werbung/ Öffentlichkeitsarbeit, und das Projekt „HerzbergHeute – Stadt- und Kundenmagazin für Herzberg, Schlieben und Schönewalde“ wurde aus der Taufe gehoben.

Darunter „litt“ die Arbeit am Heimatkalender, insbesondere die Akquise von Autoren und Beiträgen. Zwar wurden neue Artikel eingereicht – an dieser Stelle sei den Autoren noch einmal herzlichst gedankt –, allerdings nicht in der Fülle, die ich mir gewünscht hätte. 

Zudem muss der Heimatkalender mit der Zeit gehen. Das bedeutet für mich, dass noch viel mehr Wert auf die Gestaltung gelegt werden sollte, um ein breites Publikum zu erreichen – also: BILDER, BILDER, BILDER. 

 

 

Wird es im nächsten Jahr einen Heimatkalender geben?

 

Der Heimatkalender für die Region Herzberg ist nicht begraben. Allerdings möchte ich die Zeit bis zur nächsten Ausgabe nutzen, um verstärkt auf mögliche Autoren zuzugehen und das inhaltliche wie gestalterische Konzept zu überdenken. Daher wird es auch keine „Zwischenlösung“ wie eine verspätete Ausgabe im Frühjahr o. ä. geben. Eines steht jedoch bereits fest: Der nächste Kalender wird nicht mehr themengebunden sein.

Die bereits eingereichten Beiträge sind jedoch nicht verloren. Diese sind für eine nächste Ausgabe vorgemerkt.

 

 

Wer zudem Interesse hat, einen eigenen Beitrag zu verfassen, der sei an dieser Stelle herzlichst eingeladen. Es müssen auch nicht immer die umfänglichen heimatkundlichen Abhandlungen sein. Kurze Glossen, Anekdoten und Geschichten begeistern die Leserschaft. Und wie bereits erwähnt: zusätzliches BILDMATERIAL verleiht jedem Beitrag einen Mehrwert, der nicht zu unterschätzen ist.

 

Für Ihr Verständnis bedankt sich

 

Christian Poser

Als die Schliebener noch viel von Hopfen & Malz hielten …

Prima Idee. Schlieben belebt mit dem ‚Schliebener Stier‘ die Bierbrautradition neu und der Schliebener Moienmarkt- und Kulturverein e.V. gibt das passende Buch dazu heraus. Wie immer zusammengetragen vom Schliebener Urgestein und Orts-Chronisten Hans-Dieter Lehmann.

Mit freundlicher Unterstützung des Wasserverbandes Schlieben, Faszinierende

Automobile und dem Autohaus Elfeldt.

Mittlere Reife geschafft

10. Ausgabe des Jahrbuchs des Sängerstadt-Gymnasiums Finsterwalde erschienen

Ob nun zum Abgang nach der 10. Klasse oder zum bestandenen Abitur: Schon lange halten Schulabgänger Ihre Erinnerungen in Abschlusszeitungen und Abi-Büchern fest.

Einen anderen Weg geht das Gymnasium in Finsterwalde. Dort entschloss man sich vor 10 Jahren, die Ereignisse des abgelaufenen Schuljahres für alle Schüler in gedruckter Form zu dokumentieren. Es war die Geburtsstunde des Jahrbuchs für das Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde. Wettbewerbe, Projekte, Klassenfahrten, Exkursionen, Veranstaltungen und Neues vom Sport: seit einem Jahrzehnt niedergeschrieben und großzügig illustriert in der "Schulchronik". Zusätzlich sind Schüler und Lehrer mit Klassenfotos verewigt. Mittlerweile kann jeder Abiturient seine Schulzeit am Finsterwalder Gymnasium Schuljahr für Schuljahr nachlesen.

 

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Ein Buch für alle, die sich für Geld interessieren

Zum 50. Geburtstag eine Festschrift/ Münzfreunde feiern zünftig

Dem Verein ist es spielerisch gelungen, ihr Steckenpferd so anzuspannen,

dass jedermann voller Begeisterung einen numismatischen Galopp durch

Herzberg und Umgebung unternehmen kann. Ein wahrliches Geschenk! 

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Ringelnatzabend

Autorin entführt Herzberger nach Hiddensee

Wortkünstler, Feinsinnstifter, Entertainer - Joachim Ringelnatz hatte viele Gaben und Gesichter.

Die aus Jena stammende, in Berlin residierende und Hiddensee liebende Autorin und Verlegerin Ute Fritsch liest in diesen Minuten in der BücherKammer.

Wir freuen uns außerordentlich, mit einem solch schönen Event bei der LiteraTour in Elbe-Elster mitwirken zu dürfen.  

 


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BücherKammer-Autoren räumen Preise ab

Victor Niklas und Ulf Lehmann sind neue Kulturpreisträger

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10 Jahre Metallbau Hilse

Als 2007 Preuß-Metallverarbeitung strauchelte, stellte sich Magnus Hilse - vor allem auf Wunsch etlicher Kunden - auf eigene Unternehmer-Füße. Nach genau zehn Jahren ist ein stattliches Unternehmen entstanden, in dem 30 Mitarbeiter, drei Lehrlinge und sieben Leiharbeiter täglich beherzt zupacken. Diese Unterstützung ist Gold wert, weiß nicht nur der Metallfachmann. Wenn die hier angefertigten Maschinen- und Brennteile, Konstruktionen und Baugruppen die Herzberger Fabrikhallen im Radelandweg verlassen, um weltweit zum Einsatz zu kommen, bleibt Freude und Stolz über die eigene Leistungsstärke zurück. 

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Wellness für Gaumen und Seele

Ein Brandenburger Wintermärchen

Frank und Tante Silke sind eigentlich ganz normal. Sie gehören zum freundlichen, herzlichen Zweig der Familie. Sie haben ihr Leben lang fleißig gearbeitet, sind gern gereist und steuerten mit Volldampf dem Ruhestand entgegen. Aber dann Vollbremsung, Kehrtwende, quietschende Reifen und ab auf die Gegenspur - auf dem Highway des Lebens ist alles möglich. Vor allem zu träumen! 

Nicht von Blümchenkaffee und Donau-Rundfahrt sondern von der eigenen Tapas-Bar mit heißen Getränken und köstlichen Topf-Spezialitäten. Spanien in Brandenburg - wer es erleben möchte, muss hin! Brandaktuelle Empfehlung. Kleines persönliches Haus. Wellness für Gaumen und Seele.   

Do. bis So. ab 17 Uhr (Bescheidsagen unter: 03372 403439)

Nikolai-Bar

Nikolaikirchstraße 21

14913 Jüterbog 

      

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Herzberg - Testfall der Reformation

Vortragsreihe zu Luther von Ulf Lehmann

Herzberg. Wie wurden aus enthaltsam lebenden Augustiner-Mönchen hingebungsvolle Väter, die als Land-Pfarrer nun Luthers Lehren predigten?

Was sagt es über die Herzberger Bürgerschaft aus, wenn sie geschlossen nach Altherzberg zieht, um dort einen lutherischen Gottesdienst zu hören? Wer verschacherte die Kirchenschätze des Nachbardorfes, um den eigenen Stadthaushalt zu sanieren?

Die Reformation erzählt viele Geschichten und genau darüber möchte Ulf Lehmann im Laufe der kommenden Monate in Herzberg und den Gemeinden sprechen. 

„Herzberg, mit der engen herrschaftlichen Verbundenheit zu Wittenberg, gilt als Testfall der Reformation. Nach Luthers Initialzündung in Wittenberg veränderte sich dort Kirche, Bildung und Herrschaft zuallererst. 

 

Ulf Lehmann in der Rolle des mürrischen Herzberger Kaufmanns im Reformationsspiel "Mein Licht - Der Aufbruch der Anna zu Herzberg" 


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Mehr Frauenpower in der Dialyse

Dr. Bettina Vonhoff verstärkt ab sofort das DaVita-Team um Kathrin Gleinig

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Wir gehen positiv durchs Leben

Fareeda Abdou macht sich mit den Arbeitsabläufen in der Herzberger Phoenixapotheke vertraut. Unterstützung kam von Apothekerin Ilka Kube. 

Wie die syrische Kurdin Fareeda Abdou beruflich neu Fuß fasst

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Mit 25 Millionen geht's weiter

Ab Januar weitere Aufführung geplant

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Glühweinmeile in Herzberg

Ein erster Vorgeschmack auf Fest und Fröhlichkeit

Der Glühwein bei Grieschats vorm Geschäft schmeckte lecker. Das bestätigten die jungen Mütter Anna Meske (r.) und Annika Hammer (l.) einhellig. Paula (l.) und  Jette (r.) hätten auch gern probiert. 

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Was ist Numismetallogie?

Preisträger referierte vor Sammlerfreunden

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Autobrand in „nullkommanichts“ gelöscht

Zwei beherzte PKW-Fahrer verhinderten Schlimmeres

Gegen 8.20 Uhr kam es auf dem Parkplatz am Nettomarkt zu einem Brand. Der Halter des PKW stieg aus, um im Supermarkt einzukaufen, als plötzlich aus dem Motorraum des Fahrzeuges Flammen schlugen. Da der ältere Herr, vom Schrecken sichtlich gezeichnet, nicht der Lage war, sofort zu reagieren, griffen zwei beherzte Autofahrer ein. Steffen Schmidt befand sich gerade auf dem Weg nach Bad Schmiedeberg, um Reha-Patienten abzuholen. „Ich sah die Flammen und dachte, hier muss eingegriffen werden“, verrät er noch reichlich außer Atem. Schnell wurde die Feuerwehr alarmiert und es fand sich auch ein Mitstreiter. Matthias Kadolowski, Pflegeexperte aus Züllsdorf, war ebenfalls vor Ort, organisierte Feuerlöscher, sodass beide das Feuer nach wenigen Minuten gelöscht hatten. Nach etwa zehn Minuten trafen Polizei und Feuerwehr ein. Freundliche Anerkennung für das schnelle Eingreifen der beiden Männer kam auch aus deren Munde.

 

Stephanie Kammer 

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Niemals rasten - Eric Rust in concert

Die vielleicht persönlichste Performance des Musikers in Herzberg

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In Neunaundorf wurde ein Mensch hingerichtet

Recherche eines Verbrechens

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Heimatgeschichte mal bunt, mal spritzig

100 Besucher waren mit dabei

Die Verjüngungskur ist gelungen. Typberatung, Outfit-Coaching und Supervision sagten einhellig: Schöne Bilder, mehr Farbe, mutige Texte, aktuelle Fotostrecken - all das muss ein Heimatkalender liefern, der Zukunft haben will. Am Mittwochabend wurde das Herzberger Geschichten-Sammelsurium vorgestellt. Die Naundorfer Schänke war bis auf den letzten Platz besetzt.

Wir danken für Gastlichkeit und Geselligkeit und für die erhellenden Salon-Gespräche zu später Stunde.

 

Der Heimatkalender für die Region Herzberg 2017 wurde mit Mittel der Sparkassenstiftung und des Landkreises  Elbe-Elster gefördert. Wir danken dafür!  

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25 Millionen für Herzberg

Neues Theaterstück der ScHERZBERGer / Spielzeit ab erstem Advent

Herzberg. Nach 'Buchstabensuppe' und 'Blattsalat' geht es auf Herzbergs Theaterbrettern ans Eingemachte. Die Mischung könnte dramatischer nicht sein: Geld, Machtgier, verschmähte Liebe – alles in Herzberg mit verheißungsvollen Aussichten auf eine gemütliche, weltumspannende Diktatur.

 

Wer glaubt, all das passt nicht hinein in den idyllischen Schauplatz am Elster-Ufer, der irrt. Mit „25 Millionen für Herzberg“ liefert das dramaturgische Gespann um den Naundorfer Autor Steffen Modrach und Stephanie Kammer den amüsanten Gegenbeweis. Denn in Herzberg eröffnet das erste privat geführte Gefängnis Deutschlands. Dazu Menschen- und Drogenhandel. Herzberg wird Hauptstadt, die Ära des Stillhaltens wird ausgerufen. Mit ausgeprägtem Gespür für die Grenzen des guten Geschmacks befördert die Komödie Herzberg in den Ring der Weltpolitik. Die Theater-Crew, die sich seit Neuestem 'Die ScHERZBERGer' schimpft, boxt sich durch. Und landet am Ende mit blauem Auge wieder im heilen Elbe-Elster-Land.

 

 

„Karten gibt es ab Montag in der BücherKammer“, informiert Stephanie Kammer mit schelmischer Vorfreude. Die wohlbekannte Besatzung, Christian Poser, Reinhard Straach und Ines Medenwald, wird in diesem Jahr durch zwei Neuentdeckungen verstärkt.

Die Premiere findet am Freitag, dem 2. Dezember um 19 Uhr in der BücherKammer statt. 

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Eric Rust im Schloss Grochwitz

Akustischer Hurricane erwartet die Fans

Im Schloss Grochwitz gastiert am Samstag, dem 19. November, ein Musiker der Extraklasse. Eric Rust, bekannt durch Auftritte beim Herzberger Pfingstrock, spielt eigene Songs und Stücke von Neil Young in Herzberg.

Das Konzert beginnt 19.30 Uhr, teilt Organisator Reinhard Straach mit. Da die Plätze begrenzt sind, wird um Reservierung gebeten. Kartenvorverkauf im Schloss Grochwitz (03535-248240) und über Reinhard Straach (24055).


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Mordbrenner, Speckbrände und andere Tragödien

Freundeskreis zeigt, wie Feuer zwischen Elbe und Elster Land und Leute plagten

SCHLIEBEN. „Feuerschlucker, Teufel, feurige Liebhaber – sie bannen unsere Aufmerksamkeit, zünden Ideen in den Köpfen, faszinieren und schrecken uns“, begrüßt Dr. Gert Wille, Chefschreiber des Schliebener Autorenkollektivs Freundeskreis Zliuuini. Die rührigen Heimatfreunde haben die Geschichte von Brandkatastrophen und Feuersbrünsten in 600 Jahren erforscht und in Buchform gebracht. Am Donnerstag stellten sie ihre Arbeit erstmals der Öffentlichkeit vor. 

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Aufgetürmte Stühle für Martin Luther

Reformations-Buch lotste 250 Besucher in das Bürgerzentrum

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Mit Rad, Rucksack und Renate an die See

Treffen der Radler um Pfarrerin Renate Timm im Gemeindehaus

Herzberg. Es war die Erinnerung an unvergessliche gemeinsame Reisen, die am Wochenende etwa 70 Herzberger und Freunde der evangelischen Kirchengemeinde zusammenführte. Der Hof der Gemeinde war geschmückt, Sträuße mit Herbstblumen und ein angeheizter Grill sorgten für Gemütlichkeit und familiäres Flair. Mittendrin die vertraute Stimme von Renate Timm, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Gut sechs Jahre nach ihrem Weggang nach Berlin luden Renate und Christian Timm die begeisterten Touren-Radler ein, um die Geschichten und Bilder aus 23 gemeinsamen Ferienfahrten noch einmal mitzuerleben. 

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So ein Zirkus!

Familie Zipfelchen - geschicktes Marionettenspiel für groß und klein

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Hier spielt etwas ganz Großes

Anna Karenina - Liebe, Wodka und der Suizid

Am Freitagabend bescherte das Hermannshoftheater die Herzberger mit einem wahren Geschenk: Wenn Kunst und Poesie mit Liebe und Verzweiflung eine Affäre haben, dann entsteht eine Geschichte mit tausend Wahrheiten, die bis heute Geltung haben. Anna Karenina, Tolstois Meisterwerk, entschlüpfte den Romandeckeln und wurde in Form von Wodka-Flaschen und Puppen-Figuren leibhaftig.

"Das ist Kunst", fasste Dr. Heike Drobner-Dechering ihre Begeistung in drei Worte. Ein toller Abend dank Antje und Johann Karl König. Ein toller Abend dank des Landkreises, der das Puppentheaterfestival mit Herz, Verstand und Finanzen großzügig unterstützt.

Das ist etwas gang Großes, das hier in Elbe-Elster spielt!    

Stephanie Kammer 

Die Aufführung wurde mit Mitteln des Landkreises Elbe-Elster gefördert. DANKE!  

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Von Dünnefett bis Bock-Schielicke

Wie Altbürgermeister Gerhard Pohl seine Stadt sieht

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Ein "Ja" zum Schulsozialarbeiter?

Hauptausschuss stimmt Montag darüber ab

Am kommenden Montag stimmt Herzbergs Hauptausschuss über die Einrichtung einer Schulsozialarbeiterstelle für die Elsterland-Grundschule ab. Als sich auch die Schulkonferenz im vergangenen Schuljahr einstimmig dafür ausgesprochen hatte, musste noch der Schulträger, die Stadt Herzberg, von der Notwendigkeit dieser zusätzlichen Betreuungskraft für die Schüler überzeugt werden.  

Janet Mägel und Ilka Kube überreichen deshalb zur Sitzung am Wochenbeginn als engagierte Eltern 400 Unterstützer-Unterschriften an den Bürgermeister.

 

 

Bereits im April hatte sich die Elterninitiative zusammengefunden, um sich für die Entlastung der Lehrer unter anderem durch einen Schulsozialarbeiter stark zu machen.

 

Die Schule selbst hatte bereits im September 2015 Bedarf beim Schulträger, der Stadt Herzberg, angemeldet, ohne das sich jedoch etwas tat. Neben der Schulsozialarbeiterstelle fordern die Eltern zwei Stellen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Ob auch diese Betreuerstellen eingerichtet werden, bleibt noch offen. 

Stephanie Kammer 


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Eine Mischung aus Broadway und bayrischer Wiesn

Sommerkino am Plan lockte mit aktuellen und originellen Kurzfilmen

Herzberg. Am Freitagabend wurde auf dem Plan der rote Teppich ausgerollt für Filmemacher und Filmfreunde. Mit reichlich Herzberger Charme wurden die vielen Gäste auf dem urigsten Platz der Stadt von Kino-Kapitän Günter Schulze begrüßt. Sein unermüdlicher Einsatz verhalf dem diesjährigen Sommerkino erneut zum Erfolg. Die Stimmung aus Broadway und "Bayrischer Wiesn" machte Spaß und ging zuweilen richtig unter die Haut. Fotoshows, Modezauber, prominente Moderatoren - das kleine Filmfest ist längst den Kinderschuhen entwachsen. Neben den Mitorganisatoren Dr. Olaf Meier und Ulf Lehmann, ist es vor allem Günter Schulze zu verdanken, dass Herzbergs Plankino ein echtes regionales Filmfest mit ganz eigener, selbstgemachter Prägung geworden ist.

 

Wer denkt, dass es bei den selbst gedrehten Streifen um Amateurmaterial handelt, liegt falsch. Die diesjährigen Kurzfilme zeichneten sich durch Originalität und Aktualität aus. Mitwirkende waren junge Menschen, die sich mit dem Medium Film auskannten. Witzige Figuren, wie ein Zitronenfalter, ein gelb gekleideter Bursche am Feldrand, der Zitrusfrüchte faltete, waren von Hanna Kuna aus Falkenberg ebenso gut in Szene gesetzt, wie der singende „Frauenhorst“, alias Julius Meier. Während er zusammen mit seiner Schwester Hermine bisher eher schauspielerisch zur Tat schritt, griff er nun zum Mikro und kreierte einen eigenen Song auf den begehrten Schürzenjäger „Frauenhorst“. Das Musikvideo spielte im Herzberger Ortsteil, was die Frauenhorster applaudierend fast auf Tische und Bänke trieb. Einen zweiten Platz brachte den Meier- Geschwistern dieser originelle Song ein. 

Brandaktuell und professionell umgesetzt, wirkte der erstplatzierte Film „Es kommt ein Paket“. Grundschullehrerin Claudia Ruh drehte zusammen mit ihrem dreijährigen Sohn in Herzbergs Innenstadtgeschäften zum Thema: Onlinehandel versus Vor-Ort-Einkaufen. Persönliche Statements der Herzberger Händler kombiniert mit dem Charme des kleinen wissbegierigen Juniors, dazu Luftaufnahmen und gut durchdachte Visualisierungsszenen – all das schoss sich geradewegs in die Zuschauerherzen mit der klaren Botschaft: Es liegt an uns, dass Herzbergs Innenstadt lebensWERT bleibt. Schauspieler Norman Kalle, bekannt aus GZSZ und Rote Rosen, moderierte von der Hamburger Ostseeküste aus, das Filmfest und lobte wo er konnte. Eine technische Herausforderung, die Günter Schulze gut meisterte.

Am Ende wurden die rund dreihundert Zuschauer noch mit einem prima DDR-Tanzfilm, den Dessau Dancers, belohnt. Die Macher des Plankinos sind zufrieden. „Wir sind froh, dass uns viele Herzberger unterstützen. Ich denke an die Jury, Irmgard Pflaume und die von Jutta Globig zusammengestellte Modenschau. Das kam gut an. Das Essen schmeckte und zum Schluss waren die Biervorräte alle. Das ist ein gutes Zeichen. Ohne die Hilfe vieler Herzberger wäre das nicht zu stemmen gewesen“, erkennt Günter Schulze dankend an.

Im kommenden Jahr soll die Themenbreite für die Kurzfilme von Reformation bis Rebellion reichen. Das liefert den Filmfreunden schon jetzt reichlich Gedankentreibstoff.

 

Stephanie Kammer 


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Es kam, wie es kam

Herzbergs Film-Oskar echt empfehlenswert

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Altherzberg schwoft

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Eltern fordern Schulsozialarbeiter

Elsterlandgrundschule einzige Schule ohne sozialpädagogische Unterstützung

 

Herzberg. Das ausklingende Schuljahr lief in der Elsterlandgrundschule genauso wie andernorts. Der Schulalltag hat sich völlig verändert. Durch Inklusion und Zuwanderung ist die Bandbreite der Schüler groß und vielgestaltig geworden. Kinder mit unterschiedlichstem Unterstützungsbedarf treffen aufeinander. Die Lernsituation in den Klassen ist komplexer und schwieriger als zuvor. „Die Lehrer sind überlastet. Verständlich, wenn sie mit 120 Prozent ihrer Kräfte in den Arbeitstag gehen müssen. Hohe Krankheitsstände, häufige Aufteilung, angespannte Eltern und Konflikte unter den Kindern- das waren die Beobachtungen, die uns mit anderen Eltern ins Gespräch brachten “, zeigt sich Ilka Kube, Mutter zweier Kinder, betroffen.

Im vergangenen Jahr ermöglichte das Land Brandenburg den großen Grundschulen, durch eine Drittelfinanzierung, die von Land, Kreis und Schulträger getragen wird, kostengünstig Schulsozialarbeiterstellen einzurichten. Alle Grundschulen im Kreis, die für dieses Programm in Frage kamen, nutzten die Option und konnten sich personelle Unterstützung sichern – bis auf die Elsterlandgrundschule Herzberg. Auf Nachfrage des Landkreises erklärte der Schulträger, die Stadt Herzberg, es gäbe keinen Bedarf.

Bereits im April legte der zuständige Schulrat Mader in einem Gespräch zur aktuellen Lernsituation Eltern und Schule nahe, das Programm zu nutzen. Die Schulleitung machte deutlich, dass bereits entsprechende Anfragen an die Stadt 2015 und im Februar 2016 gerichtet worden sind. Eine klare Positionierung aus dem Rathaus gab es jedoch nicht.

Am 11. Mai traf sich die Schulkonferenz, in der auch das städtische Schulamt vertreten ist, und diskutierte über Möglichkeiten zur Entlastung der Lehrer durch einen Sozialarbeiter und zwei Stellen des Bundesfreiwilligendienstes. Am Ende stand ein einstimmiges Votum für beide Vorschläge der Elterninitiative, zu der sich Ilka Kube und auch Stephanie Kammer zählen. „Das Problem vor dem Kultur- und Bildungsausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung vorzutragen, erschien der Schule nicht als richtiger Weg. Eine Dienstberatung mit dem Bürgermeister sollte Klärung bringen, was jedoch nicht geschah, weil er nicht anwesend war“, stellte Stephanie Kammer nach Gesprächen mit Lehrern fest.

Am Montag vor einer Woche klärte Janet Mägel, ebenso Mitglied der Initiative, nach einem Gespräch mit Dirk Stiller von der Kreis-Jugendhilfe in der Schulkonferenz darüber auf, dass die Mittel des Landesprogramms und weitere Mittel für 2017 im Moment ausgeschöpft sind. Viele Grundschulen fassen bereits nach, so Stiller, um eingerichtete Stellen aufzustocken, wofür der Landkreis weitere Mittel beschaffte. „Klar, dass wir Eltern darauf mit Unverständnis reagierten“, verdeutlicht Janet Mägel. Auch bei dieser Juni-Sitzung der Schulkonferenz erfolgte keine Positionierung durch den Schulträger.

Folglich herrscht Unverständnis gegenüber der Untätigkeit im Herzberger Rathaus vor allem bei den Eltern. Denn nur der Schulträger kann eine Antragstellung für eine Schulsozialarbeiterstelle vornehmen. Die aktiv gewordenen Eltern wissen um Hürden, die zu nehmen wären. Finanzielle Bedenken wegen des ungesicherten Stadthaushaltes seien nachvollziehbar, so die Eltern, dennoch gelinge es allen anderen Kommunen, diese zu überwinden. 

Mit Blick auf eine positive Antwort aus dem Rathaus sammeln die Eltern der Grundschüler in den Ferien nun Unterschriften für ihr Anliegen. In der Phoenix-Apotheke, der BücherKammer und der Praxis Mating liegen die entsprechenden Unterlagen aus.

 

Auch die Lausitzer Rundschau berichtete bereits.

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Zur Person

Meine Arbeit macht Freude und Freude bewegt was

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Schliebens Störche!

Sie bekamen den Ring fürs Leben

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So sehen Helden aus

Hunderte wollten sie baden gehen sehen und wurden selbst nass

Ist es Schadenfreude oder Nervenkitzel? Wenn junge Männer und Frauen über einen schmalen Holzsteg ganze 75 Meter per Fahrrad überqueren wollen, dann ist ihnen Eines gewiss: Die volle Aufmerksamkeit von Hunderten von Menschen, die ihnen dabei zuschauen. 

Es ist ein Gaudi, der einiges an Mut bedarf. Doch mit Geschick und Konzentration erreichten etliche Fahrer das rettende Ufer. Mit dabei auch eine junge Frau, die sich alsbald in die Fluten stürzte. Besonders toll: Eine Einrad-Fahrerin, die die Hälfte der Wegstrecke glänzend passierte, dann strauchelte und mit einem graziösen Tauchgang ihre Kür beschloss.

Michael Bachmann und seine bildhübsche Piratenbraut trieben unter den Zuschauern Schutzgelder ein, was dem Herrgott reichlich missfiel und sofort mit einem kräftigen Gewitter und Wolkenbruch abgestraft worden ist. Wer gewonnen hat, bleibt ein Geheimnis.

Geht am besten das nächste Mal selber hin und seht. Ein prima Nachmittag.

Herzlichen Dank an

Marco Hammer und sein fetziges Team

Ralf Zwiebel und die leckere Beköstigung

Ulf Lehmann für prickelndes Bier und Radler

An alle Grochwitzer, Sponsoren und Helfer!

TOLL, was ihr fürs Herzberger Landvolk auf die Beine stellt. PRIMA!

Hauptamtliche Stadt-Funktionäre könnten von euch lernen.

Sollte man ihnen glatt mal sagen, nur sieht man sie nicht bei solch schönen Events. .  

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Fette Reifen in Grochwitz

Riesenzuspruch für Radrennen der Kids

Klasse gemacht! Das Orga-Team des Kinderradrennens "Fette Reifen" hat glänzende Arbeit geleistet. Freiwillig, ehrenamtlich und mit Herz und Verstand waren sie fleißig wie die Bienen. Marco Hammer und seine flotten Schreibkräfte packten es an. Auch im Hintergrund waren von Straßensperren bis zum Preise-Einwerben viele Handgriffe zu erledigen, die allen zu Gute kommen.

Das Teichfahren in Grochwitz ist eine alte Tradition, die von jungen engagierten Herzbergern wieder belebt worden ist. Eine tolle Initiative, die von ganz normalen Leuten getragen wird. Ohne öffentliche Mittel oder großzügige Hilfen. Es läuft einfach. Und es läuft verflucht gut! Weiter so!    

(Foto: Annett Grüßner - DANKE!)

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Halb Europa in Herzberg


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Vorstadtfest

mit Biergartenflair und Hexeneinmaleins

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Nixda Krawatte!

Porträt über einen besonderen Menschen

 

Sie könnten nicht ungleicher sein: Gerhard Pohl, 24 Jahre lang Bürgermeister von Herzberg (Elster) bis zum Ende der DDR.

Und Steffen Modrach, regimekritischer Stänker-Literat und selbst ernannter Schlossbesitzer.

Beide setzen sich zusammen und reden. Das Ergebnis – ein Buch, in dem ein Leben steckt. Es beginnt in Dubro und Herzberg und endet mit einem letzten sozialistischen Gruß.

 

Es ist die Geschichte von einem Mann – Mann ohne Krawatte.

 

 

 

Buchpräsentation

am 2. Juni um 19 Uhr in der

BücherKammer

Karten ab sofort im Geschäft oder unter Tel.:

03535/248779 

 


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Auf in die bunte Vorstadt

Am Samstag steigt das erste Straßenfest

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Die Seele des Gartens ist irisch

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Versuch eines Dankeschöns

Horst und Gisela zum 160. Geburtstag

Liebe Gisela, lieber Horst,

 

Ihr wart immer da. Mit Ideen und Begeisterung habt ihr uns erwärmt für Vereine, Forschung und für den Wunsch nach etwas Eigenem. Ihr seid Lotsen, die lenken, lehren und selbst nie aufhören zu lernen. Da war nie ein unkontrolliertes Wort. Dafür absolute Verlässlichkeit und immer ein Lächeln, das ansteckt.

 

Giselas Geschichten, scharf gewürzt mit Lebensfreude und Humor. Du sagst, du konntest nie gut singen. Und dann hüpft da dein Lachen die Tonleiter in "Herz-Dur" auf und ab. Beim Theater hast du sofort ja gesagt. Aus dem Bauch heraus, mit 78 Jahren. Und beim Rotwein-Trinken steckst du uns alle mit deinen nun 80 Lenzen locker in die Tasche. Deine Gesellschaft tut richtig gut! 

 

Horst ist in Sachen Rotwein auch ganz gut im Training. Aber da ist noch mehr. Du bist für uns ein echtes Vorbild. Mit welcher Selbstverständlichkeit du die Hauptlast bei den Herzberger Münzfreunden bis heute trägst. Du machst, wo andere reden oder rechtfertigen. Wie oft gehst du allein voran und lässt doch Viele mit entscheiden wohin und wolang. Deine Genauigkeit, deine Sorgfalt setzen Maßstäbe. Uneigennützig setzt du deine Kraft und Talente für Andere ein. Zum Wohl der Menschen. Zum Wohl von uns allen.

 

Wenn wir heute sagen, dass wir diese Fährte aufgenommen haben, deinen und Giselas Spuren zu folgen versuchen, dann ist das allein euer Verdienst. Wir sehen zu euch auf. Ihr habt uns weit über ein freundschaftliches Maß hinaus geprägt. Ein DANKE ist da viel zu wenig. Wir versprechen, eure Gedanken weiter zu tragen, und sie dort auszusäen, wo sie treiben und gedeihen können.

Ihr habt uns sehr viel geben. Das schätzen wir so sehr.

Ulf & Steffi       

    

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Theater um Gold und Stroh

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Polit-Talk zum Geburtstagsfest

Stadtpolitik wurde thematisiert

Kita, Schulgebäude und Innenstadt - das sind Themen, die die Kommunalpolitik zur Zeit bewegen. In kleiner Runde sprachen Vertreter der Fraktionen mit Redakteurin Birgit Rudow darüber. Aber Hand aufs Herz: Den Herzbergern stand eher der Sinn nach Sonne, Bratwurst und Unterhaltung.  

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Ein persönlicher Rückblick

Herzbergs Redaktion - Der Anfang von allem

Wenn ich ganz im Stillen für mich zurückschaue, dann gestehe ich mit offenem Herzen: Die RUNDSCHAU in Herzberg war der Anfang von allem. Hätte mich nicht ein Ferienjob als Schülerin in die hiesige Redaktion katapultiert, so hätte ich womöglich das Scheiben nie (lieben) gelernt. Sylvia Kunze, Gabi Zahn, Frank Claus, Birgit Rudow - ihr alle wart Brücken für mich in eine andere Welt. Aus Worten und Bildern entsteht Aktualität und Wirklichkeit. Wie was wann gedacht und diskutiert wird, liegt in eurer Hand. Ich habe großen Respekt vor der harten Arbeit, die ihr täglich leistet.

Das Samenkorn für das BücherKammerpflänzchen fand in eurer Redaktion herrlich fruchtbringenden Nährstoff. DANKE für alles!

      Stephanie Kammer 

 


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Da flog das Röckchen

Tanzmäuse gratulierten der RUNDSCHAU

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Schlagfertige RUNDSCHAU

Tolles Geburtstagsständchen getrommelt

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FACE-Buchmesse 2016

Bunte Bücher, bunte Botschaft, bunte Bilder

Die Buchmesse in Leipzig hat Schwung bekommen. Ideentreibstoff tanken, Gesichter erforschen und Lesbare Gedankenkost für alle Geschmäcker - das ist Leipzig. Das ist eine Messe, die längst über das Bücherlesen hinausgeschossen ist.  

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Zur Enstehung der SED-Diktatur im Kreis Schweinitz

Rund fünfzig Zuhörer verfolgten am Donnerstag die Ausführungen von Dr. Sebastian Rick in der Herzberger BücherKammer. Er zeichnete ein differenziertes Bild von der Zeit unter sowjetischer Besatzung im Kreis Schweinitz. Interessant waren vor allem die Details: die einzige freie Wahl 1946 beförderte im Kreis die CDU an die Spitze, gefolgt von der liberalen LDPD. Frühere Tabuthemen, wie das Verschwinden von hunderten Menschen, wurden mit Fakten, Namen und Hintergründen offengelegt. Bei derart brisanten Inhalten hätte der Historiker eine Diskussion zu Tage fördern können, die jedoch ausblieb. Diese Zurückhaltung und eher stille Gespräche am Rade zeigten, dass selbst nach 70 Jahren ein unbefangener Umgang mit den Geschehnissen der Nachkriegsjahre nicht möglich ist.

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Zeit des radikalen Umbruchs 

April 1945. Der Krieg tut seine letzten Atemzüge. Von Hitlers Reich ist nichts geblieben als ein Trümmerhaufen. Millionen Menschen verlieren ihr Leben, ihre Kinder, Heimat, Glaube, Liebe, Hoffnung - einfach alles. Vor dem Hintergrund des totalen Desasters gedeiht eine neue Zeit. Der aus Gröden stammende Historiker Sebastian Rick sah sich den tiefgreifendsten Neuanfang des vergangenen Jahrhunderts auf lokalem Terrain an. Über seine Forschungsergebnisse für die Region Herzberg spricht der promovierte Wissenschaftler am 17. März in Herzbergs BücherKammer.

 

Rick stellte sich eine zentrale Frage: Wie gelang die Durchsetzung der Diktatur? Auf der Suche nach Antworten setzt er bereits im April 1945 ein. Er spricht über alliierte Luftangriffe, Verbrechen der SS und Wehrmacht, Todesmärsche durch den Kreis, das KZ-Außenlager in Schlieben, Einmarsch der Roten Armee, Verbrechen der Sowjets, Plünderungen,

Vergewaltigungen und Selbstmorde. Dabei skizziert er den beginnenden radikalen Umbruch. Er forscht weiter, gräbt sich durch Aktenberge und hört Zeitzeugen an.  "Zu DDR-Zeiten war eine politisch unabhängige Forschungsleistung zu diesem Thema ausgeschlossen. Und gut zwanzig Jahre nach der Wende hatte sich auf wissenschaftlichem Gebiet auch nicht allzu viel getan. Demnach begab ich mich auf ein recht unbearbeitetes Feld, was meine Arbeit umso spannender machte", umreißt Rick knapp, welches Forschungsinteresse ihn angetrieben hatte.

Sein Weg führt ihn tief hinein in das Mark der deutschen Geschichte. Er beleuchtet die Rolle der Besatzungsmacht sowie sicherheitspolitische und wirtschaftliche Maßnahmen, die allesamt eines bekräftigen sollten: Den uneingeschränkten Kontrollanspruch über die Sowjetzone und damit über

die von Elbe und Elster umsäumten Landstriche. So kommen der Aufbau einer neuen Verwaltung, die Entnazifizierung, Geheimdienstaktionen und Enteignung von Boden, Besitz und Betrieben zur Sprache, immer anhand vieler regionaler Beispiele. Demontagen, politische Säuberungen, Speziallager und Wahlen - all das fügt Rick zu einem plastischen Porträt mit starker lokaler Färbung

zusammen.

"Ich werde in diesem Vortrag natürlich nicht alles an Inhalten wiedergeben können, was in den 600 Seiten meiner Doktorarbeit steckt. Aber einige Besonderheiten für den Raum Herzberg lassen sich an einem solchen Abend ganz sicher gut diskutieren.", weckt der Historiker schon im Vorfeld Interesse.

 

Der Vortragsabend beginnt um 19 Uhr in der BücherKammer. Um Voranmeldung wird unter

03535/248779 gebeten. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

 

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Brauner Sumpf? In Herzberg?

Am 16. Februar spricht Sven-Felix Kellerhoff in der BücherKammer über das Buch „Mein Kampf“. Weiß der Chef des Geschichtsressorts der Zeitung Die Welt, worauf er sich eingelassen hat? Wahrscheinlich nicht. Denn er hatte sein Kommen ohne Zögern zugesagt.

 

Beim Kramen im Bücherregal fällt mir der Heimatkalender 2000 in die Hände. Auf dem Titelbild sieht man Klemmkuchen. Doch der eigentliche „Leckerbissen“ ist nicht oben drauf, sondern mittendrin zu finden. Statistikkuchen. Kleine bunte Grafiken zeigen die Ergebnisse der letzten freien Wahlen von 1932 im Kreis. Mit 56 Prozent für die NSDAP in Schönewalde, 55 Prozent in Schlieben und 42 Prozent in Herzberg steht fest: Die Region war ein ziemlich brauner Sumpf. Und „Mein Kampf“? Die Rekordauflagen wurden auch von der  hiesigen Lesefreudigkeit gestützt. Das Buch war Programm. Und das wurde umgesetzt. Und trotzdem danach Verwirrung: "Wir haben das alles nicht gewusst".

 

Gestern, am Rosenmontag, auf dem Schulweg am Wilhelm-Pieck-Ring. Ein älterer Junge zu einem syrischen Flüchtlingsmädchen: "Na, gehste als Ausländer-Tussi?" Vor einigen Wochen fragte ich meinen siebenjährigen Sohn nach der Schule. "Was machen wir heute Nachmittag?" Er: "Asyl plattfahren".

Zwischenzeitlich eine Abstimmung in der Mädchenumkleide der Sporthalle: „Wer hasst alles Mohamed, den tschetschenischen Mitschüler?“

Ich kann jedenfalls später nicht mit den Schultern zucken: "Wie hat das eigentlich angefangen?“  Und vorgeben: "Konnte ich ja nicht wissen!"

Wie gern wäre ich manchmal ahnungslos. 

Wie gern wäre ich ein wechselwarmes, gut getarntes Sumpftier und dieser Beitrag hier nur ein Unkenruf. 

 

Stephanie Kammer 

 

Sven-Felix Kellerhoff

Zehn Legenden um "Mein Kampf"

Dienstag, 16. Februar; Beginn: 19 Uhr (ausverkauft) 

BücherKammer - Torgauer Str. 21 - 04916 Herzberg (Elster)  

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Zum Heulen schrill 

Jetzt hilft nur noch eins: Hose runter!

 

Liebe Herzberger, liebe Herzbergerinnen, wir entschuldigen uns aufrichtig und ehrlichen Herzens bei unserem Blattsalat-Publikum. Mit dem aktuellen Theaterstück sind wir eindeutig zu weit gegangen! Die Grenzen des guten Geschmacks haben wir überrannt. Schamlos und enthemmt wurden Anstand und Moral mit Füßen getreten. Stadtbekannte Autoritäten wurden reihenweise bloßgestellt und übel verleumdet. Nackte Wahrheiten haben wir lüstern zur Schau gestellt.

Die Schamesröte in unseren Gesichtern übertrifft um ein Vielfaches die Farbintensität des kommunistischen Manifests. So kann es einfach nicht weitergehen!

Wir leisten Abbitte, geloben Besserung, schwören endgültig ab von Unsitte und Stänkertum! Wir tun es n u r noch zwei Mal, dann wird alles anders. Dann spielen wir etwas Stilvolles mit Niveau. In Herzberg? Beim Namen unseres Stadthäuptlings: Jawohl!        

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Auf zur Herzberger Berlinale

Die Preisträger des Sommerkinos 2014 sind in diesem Jahr auch wieder mit einem eigenen Streifen dabei: Julius (l.) und Hermine Meier (u.)  mit Lara Schinschke (r.)
Die Preisträger des Sommerkinos 2014 sind in diesem Jahr auch wieder mit einem eigenen Streifen dabei: Julius (l.) und Hermine Meier (u.) mit Lara Schinschke (r.)

Noch bis zum Ende des Monats können selbst gedrehte Filme für den Filmpreis „Plankino“ 2015 eingereicht werden. Das Thema „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ lässt viel Spielraum, regionale Bezüge sind wie immer ausgesprochen erwünscht. Die Filme sind in gängigen Formaten an Günter Schulze, Plan 4 in 04916 Herzberg (Tel.: 3326) zu schicken. . Zum Sommerkino am 21. August flimmern alle eingereichten Streifen dann über die Leinwand am Plan. Nach der Preisverleihung wird anschließend in ausgelassener Atmosphäre der Film „Der kleine Nick macht Ferien“ gezeigt. 

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Eine Prinzessin für den Stadtgarten 

Roland Greaff (r.) übergab die Rosenpflanzen an Stadtgärtner Reinhard Straach (M.) und an seinen aus Inguschetien stammenden Helfer Beslan Dzeytov.
Roland Greaff (r.) übergab die Rosenpflanzen an Stadtgärtner Reinhard Straach (M.) und an seinen aus Inguschetien stammenden Helfer Beslan Dzeytov.

 „Herzberg wird schöner“, war das Motto einer Sammelaktion der Interessensgemeinschaft Sommerkino um Dr. Olaf Meier, Ulf Lehmann und Günter Schulze. Die Initiative spielte 104.45 Euro durch den symbolischen Verkauf von Steckrosensamen ein. Für die Spendengelder wurden nun historische Rosenpflanzen für den Botanischen Garten angeschafft. Gärtnermeister Roland Graeff aus Zeischa überraschte Reinhard Straach vergangene Woche dann mit einem besonderen Geschenk. Er überreichte das „Wiesenburger Parkprinzesschen“, eine selbst gezüchtete 3-Meter-hohe Kletterrose dem Herzberger Stadtgärtner. Das ungewöhnliche königliche Rosenpflänzchen kann ab sofort im sommerlichen Stadtgarten bewundert werden.

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Ein Mekka für Kreative 

Es ist ein kleines Mekka für alle, die Kuchen, Kunst und Kultur lieben. Beim Hoffest von Rolf Domagalla (alias Halligalli) und Katrin Bautze fühlten sich viele gut gelaunte Gäste pudelwohl. Dort sprießt etwas Wunderbares. Eine Yoga-Oase. Ein Begegnungsort für kreative Geister. Ein Häuschen, wo die Seele Purzelbäume macht.

Seht beim nächsten Mal genau hin. In Rahnisdorf, ganz hinten im "Künstler-Viertel". Der KREIS-Hof. Nicht zu verfehlen.

                                                     http://www.kreis-bautze.de/

 

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War irgendjemand von Euch in Wien?

Herzberg. Einmal im Jahr zeigt der Botanische Garten der Elsterstadt seine wahre Natur. Er wird zur Pilgerstätte, wenn echte Musik und ganz viel Grün hunderte Besucher anlocken. Am Pfingstsonntag kamen so viele wie nie zuvor. Kein anderer als Andreas Kümmert hatte zum Konzert geladen. Über 800 Leute kamen. „War irgendjemand von euch in Wien?“, begrüßte er sein Publikum kühn. Nein. Die Zuschauer zogen den Herzberger Pfingstrock dem European Song Contest vor.

Es war eine einzigartige Atmosphäre, die das bunt gemischte Musikvolk gefangen nahm. Eine malerische Gartenarchitektur im Frühlingsgewand, zwitschernde Vögel und Kerzen, die schmale verschlungene Wegränder säumten. Das alles vereint um eine schlichte Bühne. Hier präsentierten Andreas Kümmert & Band ihr Können. Ohne Effekte, frei von jeder Inszenierung, dafür geballter handgemachter Classic Rock und Blues vom Feinsten. Der Musiker aus Unterfranken lieh Elton Johns „Rocket Man“ seine minutiös geschliffene Stimme. Er verneigte sich vor Folk-Altmeister Bob Dylan. Dazu viele Joe-Cocker-Songs, die dem 2014 verstorbenen, britischen Rocksänger posthum alle Ehre machten. Die Zuschauer erlebten einen Künstler, dessen Glanz einzig von der hohen Qualität seiner Musik ausging. Ein Mensch, der singt, um vollkommen mit Sang und Klang zu verschmelzen.

„Für mich ist das hier die Herzberger Waldbühne. Das Programm maßgeschneidert, die Musiker genial“, bekennt Dieter Kielwagen als überzeugter Pfingstrocker. Julia Becker (29) aus Berlin stimmt zu. „Ein echtes Event. Freier Himmel und gute Musik. Der Künstler wird da fast nebensächlich. Ich genieße diese entspannte Stimmung.“ Und die kochte noch einmal richtig hoch, als Andreas Kümmert & Band ausgelassen und gut gelaunt für eine Zugabe die Bühne erneut in Beschlag nahmen. „Everyday I’ve got the Blues“ grub sich tief ins Ohr. Tastenakrobat Sebastian Bach, Schlagzeuger Michael Weipert und Gitarrist Tobias Niederhausen - ihnen allen war die Freunde an ihrer Musik anzusehen.

Im Anschluss übernahm der Brite Danny Briant die Show. Eine weitere Blues-Rock-Ikone, die diesem außergewöhnlichen Konzertprogramm einen angemessenen Ausklang gab.

„Die Organisation lag in den Händen von Reinhard Straach und Daniel Tietze. Guter Musikgeschmack und reichlich Herz machen die beiden zu echten Originalen. Ohne sie wäre solch eine Veranstaltung nicht machbar“, lobt Gewerbevereinschef Frank Zinnow die beiden Herzberger. Der Verein trat in diesem Jahr erstmals als Veranstalter auf und sprach zugleich viele Helfer an. „Der erzielte Überschuss fließt in Projekte, die sich nicht von selbst refinanzieren. Damit ist am Ende allen geholfen“, lässt er zufrieden wissen.

Stephanie Kammer 

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Zuhause ist ein großer Luxus

Sobald die Sonne lockt, legt Abbas Mudschahed mit den Kindern des Herzberger Asylbewerberheims eine Stippvisite im Tierpark ein.
Sobald die Sonne lockt, legt Abbas Mudschahed mit den Kindern des Herzberger Asylbewerberheims eine Stippvisite im Tierpark ein.

Herzberg. Donnerstag morgen, kurz nach acht im Sozialamt des Landkreises. Einige Mitarbeiterinnen tauschen Akten und Papiere, wechseln freundlich ein paar Worte. Es ist Sprechtag, gleich geht es in die Vollen. Ich schildere kurz, dass die Herzberger Flüchtlingshilfe für einen Asylbewerber eine kleine Wohnung sucht. Für einen Mann, der ständig mit anpackt, der Menschen hilft, berät und begleitet. „Ach, für Abbas!“. Die Bearbeiterin weiß sofort, um wen es geht.

Donnerstagnachmittag. Bei den Tafeln in der Lugstraße herrscht ein buntes Treiben. Lang aufgereiht sitzen Menschen zwischen Einkaufstaschen und Beuteln. Geplaudert wird hier in allerlei Sprachen. Einer macht Späße, einige lachen, manche sagen nichts. Vor der Tür steht ein Fahrrad mit Anhänger. Es gehört zu Abbas, der mit zwei Frauen plaudert. Er transportiert die Einkäufe zum Flüchtlingsheim in der Falkenberger Straße. Dort befindet sich seit sechs Monaten sein Lebensmittelpunkt. Untergebracht ist er in einem Dreibettzimmer steht, das von allen nur „Abbas‘ Office“, Abbas Büro, genannt wird. Es ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Heim. Gibt es ein Problem, klopfen die meisten zuerst an die Tür von Abbas. Er spricht viele Sprachen, weiß Rat, hilft und packt mit an.

Während wir in seinem „Büro“ reden, werden wir acht oder neun Mal unterbrochen. Abbas lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, Sanftheit ruht in den dunklen Augen des 44-Jährigen. Seine Geschichte beginnt irgendwo im Libanon. Er gehört zu einer Generation von Exil-Palästinensern, die ihre Heimat nie gesehen hat. „Zuhause ist ein großer Luxus, den es für meine Familie nie gab. Wir waren ständig unterwegs. Lebten in Flüchtlingslagern, an verschiedensten Orten, sogar in einer katholischen Kirche. Genau genommen überall, wo es Schutzgab, wo wir bleiben durften, wenn auch nur für kurze Zeit.“ Abbas lächelt. Die Situation für Flüchtlinge ist im Libanon bis heute schwierig. Ein kleines Land mit begrenzten Ressourcen und nur fünf Millionen Einwohnern wird jahrzehntelang von hunderttausenden Flüchtlingen überrannt. Staaten im Staat entstehen.Berufsverbote für Zuwanderer und diskriminierende Gesetze zeigen die Hilflosigkeit der libanesischen Regierung. „In meinen letzten Schuljahren sind wir zehn Mal umgezogen. Trotzdem bekam ich eine unglaubliche Chance. Ich durfte in der Sowjetunion studieren“, erzählt er stolz. So strandet der freundliche Palästinenser am Schwarzen Meer in Odessa. Studiert Hafenlogistik und liest in jeder freien Minute russische Klassiker. Tschechow und Tolstoi kehrt er nach Studienende den Rücken zu. Er will arbeiten, träumt von einem Leben in der Mittelmeermetropole Haifa.

Daraus wird nichts. Als Palästinenser ist er in Israel nicht willkommen, im Libanon darf er seinen Beruf nicht ausüben. So beginnt er für UNICEF zu arbeiten. Das Helfen wird 14 Jahre lang seine Profession. „Gib das Lächeln, das du als Kind vermisst hast, weiter an andere“, sagt er und ein Strahlen legt sich auf sein Gesicht. Bei diesem Anblick vergisst man fast all das Elend, das diese Augen schon gesehen haben. Denn seit 2011 ist die Situation im Libanon schlimmer geworden. Der Krieg in Syrien betrifft längst alle Nachbarstaaten. „Du gehst eine Straße entlang, gegenüber ist ein Supermarkt. Mit einem Mal knallt es und Betonteile fliegen durch die Luft. Es reißt dich zu Boden, du bestehst nur noch aus Angst. Dort zu leben, heißt, mit dem Tod zu leben“, sagt Abbas leise. „Helfen ist das Mindeste, was du tun kannst“, fügt er an. Er sei dort zu Haus, wo andere ihn brauchen. Er erinnert sich gut an das letzte Gespräch mit seiner Mutter: „Geh fort von hier“, beschwor sie ihn eindringlich. „Wir wollen dich nicht auch noch verlieren“, waren ihre Worte. Wenige Tage zuvor waren die Kinder seiner Schwester und deren Ehemann bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen. 

Stephanie Kammer 

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Andreas Kümmert singt in Herzberg statt in Wien 

Herzberg. Stadtgärtner Reinhard Straach kehrt die Holzbrücke, die zur Villa Marx führt. Er kann nicht glauben, was vergangene Nacht passiert ist. Andreas Kümmert, Sieger des Vorentscheids des Eurovision Song Contests, hätte am 23. Mai, am Pfingstsamstag in Wien Deutschland vertreten sollen, aber er sagt „nein“. Stattdessen tritt er einen Tag später, am Pfingstsonntag, beim Herzberger Pfingstrock in der Elsterstadt auf.

Wer die Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest am Donnerstagabend mitverfolgt hat, weiß worum es geht. Ein unscheinbarer, jedoch nicht minder talentierter Musiker gewinnt die Qualifikation für d e n internationalen Musikwettbewerb. Er wird gefeiert und wirkt so gar nicht wie ein Sieger. Er gibt seine Platzierung ab, sagt bescheiden: „Ich bin ein kleiner Sänger“.

Der Pfingstrock ist eine Initiative von Reinhard Straach und Daniel Tietze, die sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit unter den hiesigen Freunden guter handgemachter Live-Musik erfreut. „Wir wollten Andreas Kümmert unbedingt nach Herzberg holen, weil er ein klasse Musiker ist. Die Verträge waren längst unter Dach und Fach. Dann der Vorentscheid und der unerwartete Sieg. Wir haben gebangt um unser Rockkonzert“, gesteht der Stadtgärtner frei heraus. „Dass er dann dem kommerziellen Show-Businness so deutlich die rote Karte zeigt, hat uns umgehauen“, fügt er noch immer staunend hinzu.

Damit scheint dem Auftritt des Musikers in Herzberg am 24. Mai nichts mehr im Wege zu stehen. Zusammen mit Tobias Niederhausen wird er Songs von Joe Cocker singen. Danach tritt Danny Bryant’s Red Eye Band am Pfingstsonntag auf. Eine funktionierende Versorgung garantiert dieses Mal der Gewerbeverein.

Ein großer Musikgenuss steht also bevor. Und Reinhard Straach und Mitstreiter Daniel Tietze haben den richtigen Riecher bewiesen. 

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"Passt gut auf euer Land auf!"

Ein syrischer Zahnarzt über die Asylproblematik und Gründe, nach Deutschland zu kommen

Für mehr Verständnis Türen öffnen, das ist das Anliegen einiger engagierter Herzbergerinnen.
Für mehr Verständnis Türen öffnen, das ist das Anliegen einiger engagierter Herzbergerinnen.

Wie derzeit in jeder Woche traf sich auch am vergangenen Dienstag ein kleiner Kreis von Asylbewerbern und Herzbergern in der Seitenkapelle der Stadtkirche St. Marien. Vielsprachiges Gemurmel. Bei Kerzenschein und Tee sprachen vorwiegend junge Männer miteinander auf Englisch, Deutsch, Russisch und Arabisch. Hinter ihren Gesichtern sind viele Geschichten verborgen.

 

Herzberg. Auch ein 39-jähriger syrischer Zahnarzt war am Dienstag in die Seitenkapelle gekommen. Er ist seit vier Monaten im Hohenleipischer Heim für Asylbewerber untergebracht und hatte in Herzberg gerade einen Freund besucht. „Passt gut auf euer Land auf!“, waren seine ersten Worte. Es ging um Pegida. „Ich verstehe sehr gut, warum uns viele ablehnen. Die USA finanzieren Kriege und Deutschland finanziert die Flüchtlinge. Viele strömen nach Deutschland, erklären, sie wünschen Asyl. Danach folgt ein Fünf-Minuten-Gespräch, die Anhörung mit einem Psychologen, der feststellt, ob vor ihm ein Flüchtling, ein Spezialist, ein Krimineller oder ein Terrorist sitzt. Im Asylbewerberheim kommen anschließend alle zusammen und warten“ , sagt er.


Der Zahnarzt erzählt, dass er Mitbewohner oft gebeten habe, sich an die landesüblichen Gepflogenheiten zu halten und nicht auf dem Zimmer zu rauchen oder Alkohol zu trinken. Ohne Erfolg. Das Miteinander sei alles andere als einfach. Er nennt die Auffälligen im Heim Kriminelle und wirkt dabei besorgt.

 

Sozialarbeiter hätten hier alle Hände voll zu tun. Und doch sind sich alle am Dienstag anwesenden Asylbewerber einig: Die Situation der Flüchtlinge ist in Deutschland humaner als anderswo. „Die meisten von uns sind über Italien gekommen. Ich selbst habe vierzehn Stunden auf dem Mittelmeer zugebracht - schwimmend, nachdem das Schiff gesunken war. Aber das ist im Vergleich zu ihm da“, er deutet auf einen seiner Nachbarn, „gar nichts. Er war sieben Tage auf offener See. Wenn ich abends die Augen schließe, werde ich hin und her geworfen. Wir brauchen alle ärztliche Hilfe“, lässt der Mediziner wissend, aber nicht fordernd anklingen. „Es vergeht keine Stunde, in der ich nicht an meine Familie denke. Meine Frau und meine drei Kinder sind in Gefahr. Sie verstecken sich in einem Dorf vor den ISIS-Truppen.“

Große Angst um die Familie 

Der Zahnarzt erzählt, wie alles begann. In der Runde wird es still. „Ich habe eine staatliche Poliklinik geleitet. Meine Frau besaß eine Apotheke. Wir hatten alles: Wohneigentum, eine gute Ausbildung, Pläne für unsere Kinder. Syrien war ein stabiles Land. Sicher, wohlhabend, gebildet.“ Als die erste Rakete in die Klinik einschlug, dachte er, das seien Unruhen, die vergehen. Als der Schulweg seiner Kinder zu gefährlich wurde, engagierte er einen Privatlehrer. „Dann fand ich in der Tasche meiner Tochter einen Brief für mich. Dort stand: ’Verschwinde hier, sonst verlierst du deinen Kopf’. Tage zuvor war mein Freund, ein Arabischlehrer, enthauptet aufgefunden worden. Sein Vergehen: Er wollte seine Frau nicht hergeben. Mein Vergehen war, dass ich als Arzt allen geholfen habe. Christen, Afrikanern, Moslems. Das ist ein Verbrechen für islamische Extremisten“, erzählt der Zahnarzt. Er wirkt gefasst und ruhig und er zeigt auf seine linke Wange. „Diesen Knochen haben sie mir gebrochen, als ich sagte, dass ich Moslem bin wie sie. Sie entgegneten mir, ich sei Kurde, ich sei kein Moslem und sie schlugen zu.“

Die Runde in der Seitenkapelle der Kirche schwieg jetzt. „Das meinte ich mit dem Satz: Passt gut auf euer Land auf! Ihr habt noch eins. Wir alle hier haben keins mehr. Jede Form von Extremismus ist eine ernste Gefahr“, so der Zahnarzt aus Syrien.

Schwer zu begreifen

Das Thema Asylpolitik ist in der Region Herzberg auch außerhalb der Treffen in der Kirche präsent. Was in Dresden und Leipzig passiert, lässt die Menschen vor Ort nicht kalt. In dieser Woche äußerte sich ein Autor des Herzberger Heimatkalenders, ein promovierter Naturwissenschaftler, in der Buchhandlung „BücherKammer“ sehr kritisch zum Thema Einwanderung: „Mit Deutschland verhält es sich so, wie mit der Metallveredlung: Nur bis zu einem gewissen Grad verbessern sich die Eigenschaften einer Legierung. Wird dieser Punkt überschritten, dann wird das Metall unbrauchbar.“ Ein sehr bedenkliches Gleichnis.

Am Donnerstag stand an selber Stelle ein ehemaliger Lehrer. Er meinte betroffen, er begreife nicht, was in Dresden und andernorts passiere. Sein Sohn erwarte ein Kind mit einer Deutschen, deren Vater Afroamerikaner ist. Sie planen aus Dresden wegzuziehen. Aus Angst.

Stephanie Kammer

 


In Herzberg gibt es einen Kreis engagierter Frauen, die sich um konkrete Flüchtlingshilfe vor Ort bemühen. Sie begleiten die Neuankömmlinge bei Behördengängen und Arztbesuchen. Sie laden zu Treffen ein, beschaffen, was gebraucht wird und suchen das Gespräch mit Migranten und Ämtern. Unter dem Motto „Buntes Herzberg“ setzen sie sich für mehr Verständigung zwischen Einheimischen und Zuwanderern ein. 

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Damit „de beriehmte Jeßgker Schlachfertichkeet“ nicht stirbt 

Buchvorstellung: Am Freitag spricht unser Autor Mario Huth über die Jeßnigker Mundart 

 

Von Aasbande über Dämel bis Zwibbel – der hiesige Dialekt steckt voller exotischer, schöpferischer Begriffe, die erstmalig in einem Wörterbuch festgehalten worden sind. Der Autor Mario Huth hat in Jeßnigk drei Jahre lang Sprachbesonderheiten untersucht. Auf 192 Seiten präsentiert er einen bunten regionalen Sprachfundus.  

„Ich erinnere mich gut an meine Oma, die zu Hause immer Mundart gesprochen hat. Außerhalb des Hause jedoch hochdeutsch gebrauchte“, sag Mario Huth, der im Heimatkalender schon häufiger mundartliche Texte veröffentlicht hat. Er deutet damit auf ein wichtiges Problem hin: Dialekte und Regionalsprachen sind vom Aussterben bedroht. Durch Mobilität und Verbannung der Dialekte aus den Schulhäusern und öffentlichen Räumen sind viele kleine Sprachgruppen „sprachlos“ geworden. Das wurde auch auf EU- und Landesebene erkannt, sodass verschiedene Initiativen zur Rettung der Minderheitensprachen auf den Weg gebracht wurden (Die RUNDSCHAU berichtete am 27.12.2014).

Die Diskussion ist also brandaktuell. „Mein Anliegen war es, die Sprache meiner Großeltern zu konservieren und zu fixieren. Die „Vielsprachigkeit" zwischen Elbe und Elster ist ein wichtiges Merkmal für Identität und Zugehörigkeit. Sie gehört zurück in die Köpfe, ist ein Teil unserer Geschichte“, verdeutlicht Mario Huth ein Anliegen seiner Arbeit.

 

Am Freitag, dem 16. Januar, wird er sein neues Buch vorstellen. Mit einem Mundart-Quiz und kleinen Geschichten wird vom Heimatverein und BücherKammer zu einem humorvollen interessanten Abend rund um die Jeßgker Schlachfertichkeet eingeladen. Beginn ist 19 Uhr im Mehrzweckgebäude des Dorfes.  

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Warum wollten wir nur und haben nicht

Die Ausweisung der zehnköpfigen Familie Anzorov ist auch unsere Schuld

Letzmalig spielten am vergangenem Mittwoch (17.12.2014) die Anzorov-Schwestern Amina und Aza (vorn) mit ihren Herzberger Freunden.
Letzmalig spielten am vergangenem Mittwoch (17.12.2014) die Anzorov-Schwestern Amina und Aza (vorn) mit ihren Herzberger Freunden.

Der Zaun des Herzberger Flüchlingsheims wird derzeit noch höher gezogen. Er erhält einen Sichtschutz. Künftig wird es also noch leichter wegzusehen. Wie einfach es ist, die Augen vor der Not anderer zu verschließen, haben wir alle sechs Tage vor Weihnachten gezeigt. Familie Anzorov wurde am Donnerstag nach Tschetschenien ausgewiesen. Als heimgeschickte politische Flüchtlinge blüht ihnen in Grosny kein warmes Willkommen. Tschetschenische Winter sind mit 30 Grad minus eiskalt. Und genau so wird sich ihr Empfang zu Hause gestaltet haben. 

Von düsteren Gedanken war einen Tag vor der Abreise wenig zu spüren. Denn plötzlich tat sich Hoffnung auf. Aufgrund des RUNDSCHAU-Beitrages versuchten in letzter Minute viele Menschen zu helfen. Ein Schliebener Bauunternehmer mit großem Herz bemühte sich mit aller Kraft, eine Bleibeerlaubnis durch ein Arbeitsangebot zu erreichen. Am Ende erfolglos.

Am Abend schlossen sich Mütter, deren Kinder mit den tschetschenischen Mädchen der Familie befreundet waren, zusammen, um eine mögliche Sicherstellung der Familie zu organisieren. Kirchenasyl als allerletzter Lichtblick. Aktionismus und tiefe menschliche Betroffenheit auf der einen Seite und wenig zuverlässiges Wissen über Asylrecht und amtliche Verfahrenswege auf der anderen. Am Ende des Abends siegte die Ohnmacht. Am Mut, für eine große Familie monatelang Verantwortung, die gesamte Versorgung und Betreuung zu übernehmen, fehlte es.

Im Rückblick erscheint dies besonders bedauerlich. Der Bauingenieur Shamsy und seine Frau Zerema, sie war Maskenbildnerin am Theater, hätten mit den aufgeweckten schlauen Kindern eine echte Bereicherung für die Stadt sein können. Sie brachten sich bei Treffen der evangelischen Kirche ein. Die Kinder verstanden und sprachen bereits Deutsch. Einheimische Kinder besuchten sie im Heim und blieben zum Spielen. Umgekehrt vergnügten sich Aza, Amina und ihre Geschwister in Herzberger Kinderzimmern. Die katholische Kirchengemeinde sammelte für Anzorovs. Am vierten Advent hätten die Geschenke übergeben werden sollen. Dazu kam es nicht.

Der Ratschlag von amtlicher Seite, keine Bindung zu den Asylanten aufzubauen, wurde von vielen Herzbergern glücklicherweise missachtet. Von den Amtsträgern, die sich noch vor einem Jahr vor dem neu eröffnetem Heim lächelnd ablichten ließen, setzte sich keiner für sie ein.

 

Familie Anzorov ist weg. Niemand weiß, was aus ihnen wird. Was bleibt, ist das Gefühl der unterlassenen Hilfe. Vom reinen Helfenwollen wird niemand gerettet. Es ist an der Zeit, es tatsächlich zu tun. Ein Arbeitskreis Asyl mit regelmäßigen Treffen und fachlichem Knowhow wäre ein Anfang. 

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Advent in Herzberg - Nichts für Feiglinge 

Ein persönlicher Wunschzettel 

Der Advent hält in diesem Jahr nicht, was er verspricht. Zumindest nicht in Herzberg, nicht in Falkenberg, nicht in Schlieben. Advent - die Zeit der Erwartung und der Ankunft. Mal ehrlich! Klingt das nicht nach Hohn und Spott? Zeit des Abschieds wäre wohl passender. Die evangelische Gemeinde steht ohne Pfarrerin da. Die katholische Kirche sagt im Januar ihrem geschätzten Pfarrer Werner aus Falkenberg traurig: „Auf Wiedersehen“. Und auch Schlieben muss künftig ohne  Pfarrer Schönfeld zurecht kommen. 


Was bleibt, sind bohrende Gedanken: Wieder geht jemand. Wieder jemand aus den Reihen der ohnehin schon überschaubaren Aktiven.  Wieder das Gefühl, dass unser Fleckchen Erde nicht zureichend ist. Ein Ort des Verlassens. Schlagartig hab ich  den Satz eines Freundes im Kopf. „Wir begleiten hier einen Sterbeprozess“. Ehrlich, dieser Advent ist nichts für Feiglinge.

Meine Kinder sitzen über ihren Wunschzetteln. Sie reden aufgeregt durcheinander. Playmobil oder Lego. Ich sage: „Schreibt jetzt mal all eure Wünsche auf, die man nicht im Laden kaufen kann!“ Protestgeschrei. „Wir wollen aber Spielzeug!!!“ Die Kraft für Diskussionen und Erklärungen spare ich auf. Mir kommt eine Idee.

Ich nehme mir einen Wunschzettel vor. Ist mein ganz persönlicher. Ich schreibe:

„Liebes Christkind , lieber Weihnachtsmann, liebes Wichtel- Kollektiv,

wie habt Ihr es gut. Ihr seid noch ein tüchtiges, fein aufgestelltes Team. Personalreformen, Stellenkürzungen und Umstrukturierungen haben Euch bisher nicht eingeholt. Eure Besatzung ist komplett und zieht den Weihnachtskarren mit vereinten Kräften Richtung Jahresende. Wisst Ihr, hier unten bei uns, ist das anders. Gezogen wird unser Karren von immer weniger Leuten bei zu beschleunigendem  Tempo mit zunehmender Last. Das Ergebnis: Uns gehen so langsam die Zugpferde durch. Was sollen wir machen?

Ach ja, Weihnachten steht vor der Tür. Die Zeit des Wünschens. Ich kann es ja mal probieren.

Ich wünsche uns Mut, Dinge mal anders zu machen. So wie der Schmiede-Weihnachtsmarkt in Herzberg vergangene Woche.  Durch neue Ideen hatte er ein ganz anderes, eigenes Flair hervor gezaubert. Ich wünsche uns echte Zufriedenheit mit kleinen und eigenständigen Lösungen. Statt großer Erwartungen und Träume, Besinnung auf das, was wir selbst aus eigener Kraft gut schaffen und leisten können. Ohne sich klein zu denken. Ohne sich größer machen zu wollen. Ohne Forderungen an andere zu richten.

Ich wünsche uns mehr Waschtage. Ja. Vor allem unter den Strippenziehern. Läuft etwas gegen den Baum, bitte raus damit. Sich gegenseitig den Kopf waschen, um danach mit einer sauberen Lösung gemeinsam glänzen zu können. Das täte unseren Stadtverordneten genauso gut wie den Kirchengemeinden und Vereinen. Warum wird so wenig ehrlich gestritten? Ich wünsche mir also auch viel mehr anständigen Streit, gutes Redeklima und den aufrichtigen Willen zum Händereichen. Besonders unter den Mächtigen. Unter denen, die Widerspruch gar nicht mehr kennen.

Ach und da wäre noch das Gute. Ich wünsche uns Gutsichtigkeit. Als Brillenträgerin weiß ich, wie hilflos man sich fühlt, wenn die Augen nicht GUT sehen. Ja, wer nur noch das Schlechte sieht, bemerkt vielleicht gar nicht, dass es jetzt den geschmackvollen Elsterpark am Flussufer gibt. Dass eine herrliche Schlossnacht im Grochwitzer Park zelebriert worden ist. Dass Theater gespielt wird, dass in den Herzberger „Katakomben“ gefeiert, getanzt und gerauscht  wird. Es wird gebaut. Es gibt Arbeit. Die Stadt grünt und blüht in den warmen Jahreszeiten. Menschen aus fremden Ländern möchten hier sogar ein neues Zuhause finden. Wäre gut, wenn sie blieben. Wir brauchen hier nämlich so ein bisschen Hilfe mit unserem Karren.

Also zu guter Letzt: Ich wünsche uns allen die Fähigkeit teilen zu können. Teilen ohne anschließend aufzurechnen. Teilen, sodass der Andere erkennt, dass auch er etwas geben kann. Dass er nützlich ist und gebraucht wird. Und hier bleibt. Kann doch sein, dass sie dann ein ganzes Stück näher rückt, die Zeit der Erwartung und der Ankunft. Bleibt mir zu sagen: Dann komm mal, lieber Advent! Halt dich ran! In Falkenberg, in Schlieben und ganz besonders in Herzberg.“

Stephanie Kammer

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Am Ball bleiben, mitmachen und selbst zupacken  

Wie IT-Fachmann Frank Lehmann Arbeit, Fußball und Politik unter einen Hut bringt 

 

 

 

16 Uhr. Feierabend für ganz viele, aber nicht für den Coach. In der Nachmittagssonne tummeln sich die elf- und zwölfjährigen Junioren geordnet auf dem Spielfeld. Lockere Bewegung treibt Wärme in ihre Muskeln. Sie sind konzentriert bei der Sache: Kicken, laufen, kicken, laufen, wenden, und alles beginnt von vorn. 

Training heißt üben. Ernsthaft und ausdauernd. Frank Lehmann, seit mehr als zehn Jahren Fußball-Coach, vermittelt genau das seinen Zöglingen. Er ist bestimmend und zugewandt. Kennt jeden Grashalm auf dem Platz.

Das ist das Kontrastprogramm zu seiner täglichen Arbeit. Der studierte Wirtschaftsingenieur baut für das größte gemeinnützige Unternehmen in Süd-Brandenburg ein IT-gestütztes Dokumentationssystem auf. Das heißt, jeden Tag Büro, wenig Tageslicht und Frischluft, dafür viel Bildschirmtätigkeit. Der beste Kollege – sein PC.

„Gegen Ende des Studiums begann ich für eine Berliner Personalberatung zu arbeiten, die im Auftrag von anderen Unternehmen IT-Profis rekrutiert hat. Zu diesem Zweck habe ich mich mit vielen Firmen vertraut gemacht, Fachkräfte kontaktiert, Interviews geführt und Profile erstellt. Genau hier begann sich meine Sympathie für die IT-Branche zu entwickeln“, erinnert sich Frank Lehmann. Letzen Endes legt die Firma einen grandiosen Crash hin. Eben noch der glamouröse Empfang mit den Ranghöchsten der Berater- und Personaler-Szene und dann der Kollaps. Lehrreiche Einblicke für den jungen Mann. „Das beste Marketing hilft nichts, wenn das Produkt nicht das hält, was es verspricht. IT-Märkte sind oft Scheinwelten. Was da vor sich geht, wollte ich genauer verstehen.“

Frank Lehmann, jetzt auf Jobsuche, nimmt sich Zeit dafür. Führt Gespräche und liest. In einer Kneipe in Dresden trifft er einen Schulfreund, einen IT-Freak namens Schlumpf. Dieser vermittelt ihm eine Stelle in einem Computerservice-Unternehmen, das Arztpraxen und Behörden mit IT-Systemlösungen ausstattet. Die individuellen Anforderungen der Kunden bescheren seiner Arbeit Vielfalt. Neben technischen Prozessen beschäftigen ihn zum Beispiel Software gestützte Wirtschaftlichkeitsprüfungen, doppelte Buchführung und die Systematisierung von Liegenschaftskatastern. Immer wieder geht es um die korrekte Steuerung von Informationsflüssen – die Aufgabenstellung, die im IT-Zeitalter unabänderlich über Erfolg und Misserfolg entscheidet. „Wer hier nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Wer die Augen vor Neuerungen verschließt, verliert den Anschluss“, ist sich Frank Lehmann sicher.

Diese Überzeugung überträgt er auch auf den Sport. Er ist mit dem Fußball aufgewachsen. Ist immer dabei geblieben. Dahinter steht kein verbissenes Leistungsdenken, sondern eine gesunde Balance aus Spaß und dem Willen, vorankommen zu wollen. „Die Teamleistung hat Priorität vor dem Spielergebnis. Jeden Spieler solide auszubilden, ist mir wichtiger als herausragende Einzelergebnisse“, bringt der mit DFB-C-Lizenz ausgestattete Trainer seine Haltung auf den Punkt. Er schätzt ein offenes Miteinander zwischen Spielern, Eltern und Trainern. „Ich spreche ungeschminkt über den Disziplinverlust der Generation Stubenhocker und bringe Vorschläge, dagegen zu wirken. Ich sage Eltern notfalls ins Gesicht, dass der Erziehungsauftrag bei ihnen liegt und nicht ausgelagert werden kann. Läuft etwas verkehrt, muss jeder zupacken. Besserwisser am Spielfeldrand kriegen von mir die rote Karte.“ Klare Regeln also, mitmachen statt meckern. 

Das gilt auch in der Kommunalpolitik. Seit Mai 2014 ist Frank Lehmann einer von drei parteilosen Stadtverordneten in Herzberg. „Aus meinen persönlichen Interessen, meinem Beruf und der Vereinstätigkeit ergab sich eine gemeinsame Schnittmenge: Die Kommunalpolitik. Jeder Fußballer kennt das Gefühl. Irgendwann verliert die Trockenübung ihren Reiz, dann möchte man selbst spielen. So ging es mir.“ Inzwischen sitzt Frank Lehmann im Hauptausschuss und Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Herzberg. Zu seinem sportlichen Ehrenamt kommt eine weitere Schicht hinzu. Wie das zu schaffen ist? Mit Überzeugung. „Bis man innerhalb einer Partei an einer Stelle mit Entscheidungsbefugnissen angelangt ist, hat man sich so weit von der Basis entfernt, dass man nicht mehr weiß, was verändert werden muss. Das hat mich immer geärgert. Deshalb mitmachen und besser machen“.

Wenn es Frank Lehmann gelingt, diesen Standpunkt seinen Fußball-Schützlingen schmackhaft zu machen, dann hat er Einiges gewonnen. Ob nun der Ball im Tor landet oder nicht.

Stephanie Kammer 

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Vierzig Prozent Können, der Rest ist Persönlichkeit  

Wie Janine Wienick ihren Fotos eine eigene Sprache schenkt

 

 

Berlin Hauptbahnhof. Hier schlägt der Puls einer Stadt, die wieder boomt. Hier verkehren dreihunderttausend Menschen. Einmal ganz Bonn, und das Tag für Tag. Züge fahren auf fünf Etagen in alle Richtungen. Schwindel erregende Höhenunterschiede. Dort, wo 2002 noch gelber Backstein romantisches Kleinstadtidyll versprühte, ticken heute Gegenwart und Zukunft mit Tempo im Gleichtakt. Das ist Berlin. 


Auf dem Washington-Platz steht eine junge Frau. Mit den Augen verfolgt sie ein Techtelmechtel – das Lichtspiel der Morgensonne auf der Spree. Ihr Blick gilt dem Besonderen. Auch ohne Kamera fängt sie Bilder ein. Hungrig hält sie Ausschau und entdeckt.

Janine Wienick ist Fotografin. Seit mehr als zehn Jahren lebt und arbeitet sie in der Hauptstadt. Seit einem Jahr als Selbstständige. Und das bekommt ihr ausgesprochen gut. Ihr Weg ist alles andere als gradlinig. Der Anfang liegt im Süd-Brandenburgischen Nirgendwo, in einem kleinen Dorf namens Arnsnesta. Wer dort aufwächst, lernt schon ganz früh zwischenmenschliches Geschick und Geselligkeit, aber auch Perfektionismus als persönlicher Anspruch an sich selbst. All das im Koffer und noch ganz ohne Fotoausrüstung strandet sie in Berlin. Arbeitet ab 2001 bei Karstadt und verkauft Heimtextilien. Das ABC der Wohnraumgestaltung geht ihr schnell in Fleisch und Blut über. Stoffe, Farben und Muster arrangieren, Effekte zaubern, eigene Kompositionen – immer wieder geht es um Emotionen, die durch das passende Ambiente erzeugt werden. Dafür entwickelt die Einzelhandelskauffrau ein gutes Gespür.

Karstadt bleibt sie viele Jahre treu. Der praktischen Erfahrung will sie jedoch zusätzlich ein festes Fundament verpassen. Sie studiert Innenarchitektur, findet Freude an optischen Täuschungen, zeichnet, nimmt erste Fotos auf. „Und damit war sie da!“, strahlt Janine. Die erste eigene Kamera, die sie genau zu diesem Zweck anschafft. Weitere Shootings folgen eher beiläufig: Die Hochzeit der Freundin, ein schicker Kalender zu Weihnachten, Aktfotos.

„Meine Ansprüche beim Fotografieren stiegen. Ich wollte sicherer werden“, weiß die junge Frau bald. Sie besucht für ein Jahr eine private Foto-Schule. Dort trifft sie auf Gleichgesinnte, auf umtriebige Geister, die genau wie sie, ihr Ding machen wollen. Karstadt läuft weiter. Sie powert pausenlos und landet am Ende in einer persönlichen, lichtdichten Dunkelkammer. „Ich begriff eins: In meinem Job werde ich mich nie kreativ austoben können. Ich wollte Spaß an der Arbeit haben. Aufgaben, die mich erfüllen.“ Mit der Erkenntnis allein ist der Weg für den Neuanfang noch nicht frei. Stirnrunzeln bei Freunden und der Familie. Eine Zerreißprobe.

Janine packt die Koffer, fliegt nach Neuseeland, um dort ihren Bruder zu treffen. Eine willkommene Auszeit, viereinhalb Wochen mit Rucksack am anderen Ende der Welt. Hier fängt sie zum ersten Mal seit Langem wieder an zu träumen. Fotos macht sie nur mit den Augen. Weite Wege zu Fuß, wenig reden, viel lesen, erinnert sie sich. Und mit einem Mal sitzt da ein anderes Wesen. Ein quirliger Wildfang, ungezähmt und kess, Janine aus dem kleinen Ort namens Nirgendwo, und sie erzählt ihre Geschichte. „Ich war allein an einem See, beobachtete die Vögel. Auf einem Holzsteg saßen unzählige Möwen. Eine flog los, zog sich einen dicken Fisch aus dem Wasser, kam zurück und alle anderen sahen ihr zu. Mann, dachte ich, fangt endlich an zu fliegen, es sind doch Fische für alle da!“ Damit war die Entscheidung gefallen. „Ich hatte etwas gesucht, und ich hatte es gefunden“.

Wieder zu Hause geht alles ganz schnell: Abschied von Karstadt, ohne jemand davon zu erzählen. Es folgt eine solide Vorbereitung mit viel professioneller Unterstützung. Philipp, ein Berliner Coach, begleitet ihren Startup mit dem kostbaren fremden Blick und glänzendem Know-How. Dazu gehört eine passende CI (Corporate Identity), eine Homepage mit Online-Bestellabwicklung für ihre Fotos, Kunden-Akquise und immerfort hingebungsvoller Netzwerk-Aufbau.  Ab 1. April 2013 ging Janine in die Vollen. Termine in Berlin, Mainz, Stuttgart, Heidelberg. Viele Hochzeiten, Abi-Bälle, dazu Workshops und Messen. „Meine Leistungsfähigkeit resultiert aus der Sympathie für meine Modelle und aus dem Spaß an der Fotografie“. Sie reizt besonders der emotionale Blick: Ausgefallene Orte, edle Möblierung dazu Straßenrandblumen und verspielte Modelle, die sie mit der Kamera barfuß umkreist. Kleinen wie Großen gibt sie ermunterndes Feedback. Hier ein Kompliment, da eine sanfte Korrektur, am Ende kumpelhaft die High Five.

„Vierzig Prozent meiner Arbeit bestehen aus Können, der Rest ist Persönlichkeit“, verrät die Fotografin mit warmer Offenheit. Das ist die Art, wie sie ihren Fotos eine eigene Sprache schenkt.

Stephanie Kammer


Homepage der Fotografin

www.janinewienick.de 


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Arztsein bedeutet Menschsein 

Für Dr. Inga Wilhelms sind Leben und Arbeit untrennbar miteinander verbunden 


Das Ziel, die Medizin zum Lebensmittelpunkt zu machen, stand für die junge Frau schon immer fest. Mit fünfzehn putzte sie als Schülerpraktikantin den Kreißsaal. Das war vor gut 25 Jahren noch möglich. Und genau dort, wo Neugeborene ihren ersten Atemzug tun, begann für Dr. Inga Wilhelms etwas Kraftvolles zu wachsen: Der Wunsch, ihre Fähigkeiten voll und ganz in den Dienst der Frauenheilkunde zu stellen.

Hätte sich die Medizinerin nicht ihrem Fach, sondern dem Bergsteigen verschrieben, sie hätte sich in jedem Fall für den steilen Anstieg entschieden und nicht für einen geruhsamen Schlängelpfad. Sie fasst die Medizin als Berufswunsch ins Auge und setzt sich über die wohlmeinenden Bedenken der Familie hinweg. Die Mutter, selbst Zahnärztin, kennt die Belastungen, die diese Aufgabe mit sich bringt. Verständlich, dass sie sich für ihre Tochter mehr Unbeschwertheit wünscht. Doch Inga wäre nicht sie selbst, wenn sie sich aufhalten ließe.

Das Abitur stellt alle Weichen für den Wunschstudienort Leipzig. „Für mich kam nur eine heimatnahe Universität in Frage. Ich wollte das Studium zügig und gewissenhaft durchziehen. Und dafür brauchte ich auch ein zuverlässiges Refugium zum Krafttanken“, blickt sie auf die keineswegs leichten Lehrjahre zurück. Studium und praktische Ausbildung hatten immer Priorität. Das Studentenleben zu genießen, überließ sie anderen. Stattdessen lernte sie aus Büchern, aus praktischer Erfahrung und von versierten Ärzten. „Meine erste Chefin im Herzberger Krankenhaus beherrschte es perfekt, Arbeitsabläufe zu strukturieren. Sie war kompromisslos zielorientiert. Das hinterließ auch bei mir Spuren“, weiß Dr. Inga Wilhelms heute. 

Für die praktische Ausbildung als Ärztin bevorzugt sie kleinere Kliniken, da durch die Breite der Einsatzfelder der große Blick auf das Fachgebiet möglich wird. So wechselt sie von Herzberg nach Torgau und findet auch dort ein tatkräftiges Team vor. Viele junge Kollegen, die darauf brennen, Verantwortung übernehmen zu dürfen. Weitere nützliche Erfahrungen sammelt die junge Ärztin 1999 in der Schweiz, wo sie das Wahltertiär des Praktischen Jahres in der Gynäkologie absolviert. 2002 dann die Promotion. „Magna cum laude“ – eine glatte Eins. 

Ist damit der Berg bezwungen? Dr. Inga Wilhelms hat Zweifel: „In Anatomie geschult zu werden, bedeutet nicht, das Leben zu kennen. Es gibt viele Situationen, die mir gezeigt haben, dass ich zuerst ein guter Mensch sein muss und dann ein guter Arzt“. Sie denkt dabei an einen älteren Herrn, der an Heiligabend fragte, welcher Tag heute sei. Oder an den Vater, der seinen leblosen Sohn in die Notaufnahme trug, ohne dass es Rettung gab. „Den richtigen zwischenmenschlichen Spürsinn finden und Antworten auf die Bilder, die man abends mit ins Bett nimmt, das sind die wirklichen Prüfungen, die man bestehen muss“, ist die vierfache Mutter überzeugt. Und dieser Lernprozess hört niemals auf.

Seit nunmehr sechs Jahren ist die Gynäkologin in ihrer eigenen Praxis für Frauenheilkunde in der Herzberger Innenstadt tätig. „Der Wunsch nach Selbstständigkeit verstärkte sich in mir. Nur außerhalb der Klinik ist eine kontinuierliche vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung möglich“. Im Juni 2008 bekommt die Medizinerin ihren Sitz von der Kassenärztlichen Vereinigung zugesprochen. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits zwei ihrer Söhne geboren. Zwei weitere Buben lassen nicht lang auf sich warten. Im Hintergrund wirbelt kontinuierlich Ehemann Marcel. Er managt und coacht die sechsköpfige Familie – ein tagesfüllendes Programm.

Familienleben und Selbstständigkeit sind mit der entsprechenden Organisation durchaus förderlich miteinander zu verbinden. „Als Mutter wirke ich auf meine Patientinnen glaubhaft. Teilnahmsvoll und zugewandt widme ich mich ihnen. So entsteht Vertrauen und eine langjährige Verbundenheit, die ich sehr an meinem Beruf schätze“, offenbart die Medizinerin ihre Motivation, starker Beanspruchung im Beruf stand zu halten und nach vorn zu blicken. „Arzt sein bedeutet Mensch sein“ gibt ihr Dr. Eike Simon, Chefarzt der Gynäkologie im Klinikum Torgau, mit auf den Weg. Einen Satz, den sie nie vergessen hat.

Stephanie Kammer


Homepage der Gynäkologin 

www.praxiswilhelms.de

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