Türchen Nr. 9 • HeimatAdventsKalender der BücherKammer
Es gab eine Zeit, da entschieden nicht die Menschen über ihr Leben. Der Krieg entschied. Er trieb sie fort. Sie liefen bis die Füße bluteten. So flohen auch die Riecherts mit kleinen Kindern, mit Angst und der leisen Hoffnung, irgendwo ankommen zu dürfen. Doch bevor sie Brandis erreichten, starb das jüngste Kind auf dem Weg. Nicht weil jemand schuldig war, sondern weil die Erschöpfung stärker war als sein kleines Lebenslicht. Der Krieg schrieb die Route und diktierte das Ende: vollkommende Kraftlosigkeit.
Als sie in Brandis ankamen, warteten keine offenen Arme, sondern Armut und Misstrauen. Worte, die stachen. Blicke, die sagten: Ihr seid nicht von hier. Und Willy Riechert? Er schlug Holz und baute am Waldrand eine Hütte. Grob, schlicht, aber ihr Dach über dem Kopf. Doch selbst das gönnte man ihnen nicht.
Willy wurde schwächer. Herzkrank. Mager. Die Not zwang ihn, einen Bittbrief zu schreiben – nüchtern, sachlich. Aber zwischen den Zeilen stand alles, was ein Mensch sonst nur flüstern würde.
Wer dieser wahren Geschichte nachspüren möchte, liest den bewegenden Beitrag von Lars Gindele im Heimatkalender 2026.
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