Verschworen. Verraten. Verfolgt.

Unangepasstheit, Widerstand und Kollaboration in der Stalin-Ära Berlin-Brandenburgs

von Wilhelm K. Schmidt

 

In der märkischen Kleinstadt Dahme erhält ein Elfjähriger privaten Lateinunterricht. Plötzlich fällt der Unterricht aus. Der Lehrer war „abgeholt“ worden, andere auch. Der Junge stellt Fragen, die unbeantwortet bleiben. Das Thema ist in der Ostzone und später in der DDR tabu. Er ahnt, dass etwas Ungeheures geschehen sein muss. War es Aufruhr gegen die Staatsmacht? Heimlich wird berichtet, dass der Vater eines Mitschülers eine Widerstandsgruppe gegründet haben soll. Die Gruppe soll an den sowjetischen Geheimdienst verraten worden sein. Gerüchte über Flucht und Verräter werden verbreitet und geglaubt. Nach Jahren kommen die Männer ohne den Lateinlehrer zurück. Fast alle gehen über die noch offene Grenze in den Westen. Wieder dürfen keine Fragen gestellt werden.

Bei einem Klassentreffen, der Junge von damals ist jetzt Altersrentner, motiviert ihn eine Mitschülerin, auf Spurensuche zu gehen. Ihr Vater konnte rechtzeitig fliehen und hat nie über diese Zeit berichtet. Alte West-Berliner Tages­zeitungen weisen erste Wege. Politische Hintergründe, Spionage und Gegenspionage, der Verräter und sein Lebensweg, die Rolle und die Flucht des Kopfes der Gruppe und seine Verwicklung in einen versuchten Menschenraub im geteilten Berlin tun sich auf …

Zentrale Themen dieses Tatsachenberichtes sind schwer fassbare Schicksalswege der Dahmer Gruppe und ihrer Lagerkameraden in ostdeutscher und sowjetischer Strafgefangenschaft sowie Versäumnisse bei ihrer Repatriierung und Rehabilitierung.

Die vorliegende Dokumentation ist das Ergebnis umfangreicher Recherchen über die spannenden, jedoch weitgehend unbekannten Geschehnisse dieser Zeit. Sie setzt Zeichen gegen das Vergessen von Verrat, Angst, Willkür und Gewalt.

 

1. Auflage 2011 • Klappenbroschur • 182 Seiten • zahlreiche Abbildungen • ISBN 978-3-940635-28-0

Schmidt. VVV

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