Eine Mischung aus Broadway und bayrischer Wiesn

Sommerkino am Plan lockte mit aktuellen und originellen Kurzfilmen

Herzberg. Am Freitagabend wurde auf dem Plan der rote Teppich ausgerollt für Filmemacher und Filmfreunde. Mit reichlich Herzberger Charme wurden die vielen Gäste auf dem urigsten Platz der Stadt von Kino-Kapitän Günter Schulze begrüßt. Sein unermüdlicher Einsatz verhalf dem diesjährigen Sommerkino erneut zum Erfolg. Die Stimmung aus Broadway und "Bayrischer Wiesn" machte Spaß und ging zuweilen richtig unter die Haut. Fotoshows, Modezauber, prominente Moderatoren - das kleine Filmfest ist längst den Kinderschuhen entwachsen. Neben den Mitorganisatoren Dr. Olaf Meier und Ulf Lehmann, ist es vor allem Günter Schulze zu verdanken, dass Herzbergs Plankino ein echtes regionales Filmfest mit ganz eigener, selbstgemachter Prägung geworden ist.

 

Wer denkt, dass es bei den selbst gedrehten Streifen um Amateurmaterial handelt, liegt falsch. Die diesjährigen Kurzfilme zeichneten sich durch Originalität und Aktualität aus. Mitwirkende waren junge Menschen, die sich mit dem Medium Film auskannten. Witzige Figuren, wie ein Zitronenfalter, ein gelb gekleideter Bursche am Feldrand, der Zitrusfrüchte faltete, waren von Hanna Kuna aus Falkenberg ebenso gut in Szene gesetzt, wie der singende „Frauenhorst“, alias Julius Meier. Während er zusammen mit seiner Schwester Hermine bisher eher schauspielerisch zur Tat schritt, griff er nun zum Mikro und kreierte einen eigenen Song auf den begehrten Schürzenjäger „Frauenhorst“. Das Musikvideo spielte im Herzberger Ortsteil, was die Frauenhorster applaudierend fast auf Tische und Bänke trieb. Einen zweiten Platz brachte den Meier- Geschwistern dieser originelle Song ein. 

Brandaktuell und professionell umgesetzt, wirkte der erstplatzierte Film „Es kommt ein Paket“. Grundschullehrerin Claudia Ruh drehte zusammen mit ihrem dreijährigen Sohn in Herzbergs Innenstadtgeschäften zum Thema: Onlinehandel versus Vor-Ort-Einkaufen. Persönliche Statements der Herzberger Händler kombiniert mit dem Charme des kleinen wissbegierigen Juniors, dazu Luftaufnahmen und gut durchdachte Visualisierungsszenen – all das schoss sich geradewegs in die Zuschauerherzen mit der klaren Botschaft: Es liegt an uns, dass Herzbergs Innenstadt lebensWERT bleibt. Schauspieler Norman Kalle, bekannt aus GZSZ und Rote Rosen, moderierte von der Hamburger Ostseeküste aus, das Filmfest und lobte wo er konnte. Eine technische Herausforderung, die Günter Schulze gut meisterte.

Am Ende wurden die rund dreihundert Zuschauer noch mit einem prima DDR-Tanzfilm, den Dessau Dancers, belohnt. Die Macher des Plankinos sind zufrieden. „Wir sind froh, dass uns viele Herzberger unterstützen. Ich denke an die Jury, Irmgard Pflaume und die von Jutta Globig zusammengestellte Modenschau. Das kam gut an. Das Essen schmeckte und zum Schluss waren die Biervorräte alle. Das ist ein gutes Zeichen. Ohne die Hilfe vieler Herzberger wäre das nicht zu stemmen gewesen“, erkennt Günter Schulze dankend an.

Im kommenden Jahr soll die Themenbreite für die Kurzfilme von Reformation bis Rebellion reichen. Das liefert den Filmfreunden schon jetzt reichlich Gedankentreibstoff.

 

Stephanie Kammer 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0